Artikel: VCD Velo Challenge 2023
Unternehmen/Institution:
VINCI Concessions Deutschland GmbH
Kategorie:
Pendelfahrten
Mobilitätsbudget:
Nein
Teilnehmende:
57 Personen von ca. 160 Angestellten haben teilgenommen
Zeitraum:
Die Aktion fand in den 4 Wochen vom 17.04.2023 – 14.05.2023 statt. Sie wurde 2023 erstmals initiiert.
Beschreibung:
Zur ersten Velo Challenge von VINCI Concessions Deutschland waren alle Angestellten der Gruppe (aus unseren sieben verschiedenen Gesellschaften) eingeladen teilzunehmen.
Im Aktionszeitraum von vier Wochen wurden dann so viele Wege wie möglich mit dem Fahrrad zurückgelegt und die Ergebnisse festgehalten. Dabei sollte jede Gesellschaft ein Team mit beliebig vielen Personen bilden.
Zur Steuerung und Betreuung der Teams, zur Erfassung ihrer Kilometer sowie als Ansprechpartner für das Orgateam, wurden im Vorfeld Team-Captains durch die Gesellschaften bestimmt. Dabei legten wir Wert darauf, dass die Art der Kilometererfassung freigestellt war und auf Vertrauen basierte, um die Teilnahme möglichst niedrigschwellig zu ermöglichen.
Außerdem gab es, um möglichst viele Angestellte für die Aktion zu gewinnen, sowohl individuelle Sachpreise als auch einen Teampreis für das beste Team. Das heißt, alle radelten sowohl für sich selbst als auch für ihr Team.
Darüber hinaus hatten wir als Zielmarke ausgerufen, so viele Kilometer mit dem Rad „sammeln“ zu wollen, dass sie einer Tonne Treibhausgase entsprechen, wenn man die Wege stattdessen mit dem Auto zurückgelegt hätte (162 g pro Personenkilometer, laut Umweltbundesamt), um den Umweltaspekt greifbar zu machen.
Die Ziele unserer Velo Challenge waren vielzählig.
Klimaschutz:
- Das Fahrrad als Alternative zum Auto zu fördern
- Aufzuzeigen, dass der Arbeitsweg auch mit dem Rad möglich sein kann
- Möglichst viel Treibhausgase durch Fahrradnutzung zu vermeiden
Gesundheit:
- Generell zu mehr Bewegung zu animieren
- Wohlbefinden am Arbeitsplatz nach morgendlicher Aktivität zu fördern
- Krankheitstage zu vermindern
- Helmtragen attraktiver machen
Interaktion:
- Den Austausch unter den verschiedenen Gesellschaften zu fördern
- Den Zusammenhalt in den Teams der Gesellschaften zu stärken
Als individuelle Sachpreise gab es für die besten 30 Personen je einen hochwertigen Fahrradhelm mit Firmenlogo zu gewinnen. Dabei war gesichert, dass jedes Team mindestens drei Helme bekommt (die weiteren Helme wurden über die individuelle Leistung im Gesamtvergleich verteilt).
Den Teampreis von 500 € zur individuellen Nutzung gewann das beste Team mit den meisten Durchschnittskilometern pro Kopf.
Zusätzlich wurden als Sonderpreise Holzpokale aus Altholz für besondere Leistungen verliehen, um Wertschätzung zu zeigen für:
- Das Team mit der höchsten Durchschnittsleistung
- Das Team, welches die meisten Teilnehmenden aktivieren konnte
- Das Team mit den meisten geradelten Kilometern insgesamt
- Die Person mit den meisten individuell geradelten Kilometern
Die Meilensteine und Aufgaben für das Orgateam:
Im Vorfeld:
- Auswahl, Bedrucken mit Firmenlogo und Einkauf der Helme
- Motivation zur Teilnahme durch regelmäßige Posts im Intranet mit Informationen zu Klimaschutz und Gesundheitsaspekten in Bezug auf das Radfahren im Vorfeld
- Kommunikation mit den Teams durch das Orgateam (drei Personen), welches in den Teamcaptains eines jeden Teams ihre Ansprechpartner hatte
Während des Aktionszeitraums:
- Kommunikation mit den Teams durch einen Gesamtkoordinator aus dem Orgateam
- Wöchentlich wurden die Kilometer per E-Mail abgefragt und eingesammelt
- Motivation der Teilnehmenden durch regelmäßige Posts im Intranet mit den Zwischenständen und Grafiken durch das Orgateam
Im Nachgang:
- Online-Preisverleihung mit allen Teamcaptains und optional denen, die teilgenommen hatten
- Gruppierter Versand der Preise (Helme und Pokale) an die Gesellschaften zur weiteren Verteilung
Veränderung:
In den vier Wochen sind wir mit 57 Personen (ca. 36 % Prozent der Belegschaft) insgesamt 17.168 km geradelt. Das sind ca. 300 km pro Person und entspricht 2,78 Tonnen eingesparter Treibhausgase (162 g pro Personenkilometer beim Verzicht auf das Auto laut Umweltbundesamt). Damit haben wir unser Ziel von einer Tonne weit übertroffen.
Es hatten sich aus unseren sieben Gesellschaften sechs Teams gebildet (zwei hatten sich zusammengeschlossen). Das heißt, in allen Gesellschaften gab es Interesse und Commitment.
Außerdem hat eine breite Masse teilgenommen, von gewerblichen Arbeitern über Büroangestellte und Manager bis hin zur Geschäftsführungsebene. Das zeigte uns, dass sich das Interesse an Bewegung (speziell Radfahren) oder aber am Klimaschutz ganz individuell durch die Belegschaft zieht und nicht an Gehaltsgruppen festzumachen ist.
Als erste Einschätzung der Effekte haben wir festgestellt:
- Einige Personen haben im Rahmen der Aktion zum ersten Mal überhaupt, seit sie in der Firma sind, den Arbeitsweg mit dem Rad bestritten
- Manche Personen sind fast täglich mit dem Rad ins Büro gekommen
- In manchen Teams hat fast die komplette Belegschaft teilgenommen
- In manchen Teams gab es Zusammenschlüsse und Verabredungen für gemeinsame Fahrten
- Manche im Kollegium berichten von einem gesteigerten Wohlbefinden und einem besseren Körpergefühl
Wir sehen zum langfristigen Mobilitätsverhalten:
- Auch nach Abschluss der Aktion sind es mehr Angestellte als vorher, die mit dem Rad zur Arbeit kommen. Solche, die es auch schon früher taten fühlen sich darin bestärkt. Wir sehen es daran, dass sie ihren (neuen) Helm im Büro dabeihaben.
- Ein Kollege hat berichtet, er wolle sich nun ein besseres Rad kaufen und zukünftig regelmäßig zur Arbeit fahren
- Wir bemerken auch, dass die Menschen nun über ihren Arbeitsweg nachdenken (und sprechen). Eine täglich gehörte Frage im Büro ist mittlerweile: „Bist du mit dem Rad da?“
Aus Unternehmenssicht wurden sowohl gesundheitliche, aber auch zwischenmenschliche positive Effekte (in Richtung Teambuilding) erreicht, da es in manchen Gesellschaften gemeinsame sportliche Aktivitäten nach der Arbeit gab, und da der Gewinn eines Teampreises oder Pokals dies erwarten lässt.
Um Genaueres zu erfahren, und inwieweit eine Fortsetzung/Wiederholung der Velo Challenge sinnvoll ist, haben wir geplant, in Kürze eine Umfrage unter denen, die mitgemacht haben zu starten.
Zum Thema „Nachahmung durch weitere Organisationen“ lässt sich jedoch schon jetzt sagen: Unser Kollegium war begeistert von der Aktion und viele fragten bereits, wann es die nächste geben wird.
Highlights:
Besonders stolz sind wir darauf, dass wir mehr als ein Drittel der Menschen aus unserem beruflichen Umfeld anregen konnten, in Bewegung zu kommen. Mit dieser großen Resonanz hatten wir gar nicht gerechnet.
Ebenso freut es uns, dass das Fahrrad als Transportmittel auch langfristig davon profitiert, dass wir manchen, die es zuvor gar nicht für möglich hielten, die Augen öffnen konnten, einfach zu probieren, den Arbeitsweg mit dem Rad zu bestreiten. Wir glauben, dass solche Personen auch in Zukunft mehr Wege mit dem Rad zurücklegen werden.
Mit einfachen Anreizen, mit Sensibilisierung für das Thema und über den Zusammenhalt in der Sache konnten wir das Thema klimabewusste Mobilität vermitteln und das Kollegium vielfach dafür begeistern.
Das Zweite ist, dass die ziemlich schicken Helme durch das Firmenlogo eine Identifikation mit der Firma ermöglichen und gleichzeitig Zusammengehörigkeit untereinander symbolisieren, da sie extra für die Aktion bedruckt wurden und so ansonsten nicht erhältlich sind.
Als Drittes konnten wir durch die gesägten Holzpokale aus Altsparren auf gekaufte neue Pokale verzichten und haben etwas geschaffen, das ästhetisch ist, das gebundenen Kohlenstoff symbolisiert, und das nun als Trophäe eine neue Funktion erhalten hat, während es ansonsten vermutlich als Brennholz verbrannt und hauptsächlich als Treibhausgase in die Atmosphäre gelangt wäre.